Kapitalismus

Nichts für Moralisten
Seit der Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel “lebt” die Marktwirtschaft mit dem Makel, in Wahrheit ein kommerzieller Machiavelismus, gekennzeichnet von Raffgier und Egoismus, zu sein. Schon die Nationalsozialisten pochten darauf, einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus entdeckt zu haben.

Im Kalten Krieg waren es die Reformkommunisten Westeuropas, die glaubten, zwischen Freiheit und Diktatur gebe es linke Nischen, und die freiheitssuchenden Polen und Ungarn suchten in ihm einen Weg zwischen den Blöcken Ost und West. Bis heute kann man sich des Applauses gewiss sein, wenn man (in Europa) seine Stimme gegen den Kapitalismus erhebt.

Was ist Kapitalismus
Der Kapitalismus ist ein System des freien Handels, das jedem Produkt oder jeder Dienstleistung einen auf dem ökonomischen Gesetz von Angebot und Nachfrage beruhenden objektiven Marktwert zuweist. Der Mechanismus des Marktes kann von seiner Grundstruktur her durchaus als “sozial” verstanden werden.

Zu seiner Selbsterhaltung muss jeder Einzelne auf dem Markt an jeden herantreten, um Güter und Dienste einzutauschen, die ihm fehlen. Gleichzeitig muss jeder aus seinen Talenten und Begabungen etwas machen, um seinen Mitmenschen Nutzen anzubieten: Durch das Eigeninteresse des Einzelnen wird der Gesamtnutzen maximiert – ohne Zwang und ohne Befehl.

Freiheit und Demokratie
Im Kapitalismus wird nicht nur der Ware ein Wert zugemessen, sondern auch der Produktivität des Menschen. Der Mensch ist in der Lage sich selbst zu reproduzieren und toter Materie durch seine Arbeitskraft und seine geistigen Fähigkeiten einen Gebrauchswert zu verschaffen.

Die Kernelemente des Kapitalismus (Wettbewerb und Gewinnstreben) – bedeuten nicht den Kampf aller gegen alle. Sie sind die notwendigen Anreize, um letztlich das Wohl aller zu fördern. Es ist das einzige System, das den Menschen die Freiheit lässt, nach ihren eigenen Schlussfolgerungen zu handeln, das keine physische Gewalt oder die Androhung einer solchen gegen ihre Mitglieder benötigt, es ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie!

Weg zum Wohlstand
Im 18. Jahrhundert befanden sich alle Kontinente fast auf demselben “Armutsniveau”, Europa war nach vorsichtigen Schätzungen nur rund 20 Prozent reicher als der Rest der Welt. Der Kapitalismus gab uns die Möglichkeit, aus der Armut auszubrechen. Wer gegen Ungleichheit vorgehen will, muss sich also entscheiden, ob er Armut oder Wohlstand bekämpfen will.

Um heute am Wohlstand teilhaben zu können, benötigt man Kenntnisse und Fähigkeiten, die einem erlauben schnell den Job zu wechseln. Arbeitnehmer von heute müssen zu Unternehmen eine andere Beziehung aufbauen, als es meinetwegen vor 30 Jahren der Fall war.

“Globalisierung”
Durch die sogenannte “Globalisierung” hat der Kapitalismus Ort und Zeit der Arbeit verändert. Das “Normalarbeitsverhältnis”, wie wir es von Autofabriken und anderen Industrieanlagen kennen, erlegte den Leuten eine relativ vorhersehbare Arbeitsweise auf.

Der Normaljob weicht nun neuen Arbeitsverhältnissen. Unternehmen organisieren sich nun intern wie Märkte, und können den Produktionsprozess über den ganzen Planeten verteilen. Die vernetzte Ökonomie arbeitet sehr effizient und fordert mit ständigen Auf- und Ab auch ihren Preis. Im Arbeitsleben ist der Wunsch nach Stabilität geblieben, da Menschen aus psychologischen Gründen neben finanzieller Sicherheit auch ein gewisses Mass an Stabilität einfordern.

Die beste Gesellschaftsform
Der Kapitalismus an sich ist neutral, hat weder ein gutes, noch ein böses Gesicht. Die reinigenden Kräfte des Marktes sichern langfristig die Regenerations- und Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, und wie die Geschichte gezeigt hat, bis jetzt auch die beste Gesellschaftform.

Die Marktwirtschaft wird von Pragmatismus getragen: aus ihr wachsen weder Weltreiche noch ideale Gesellschaften. Aufgabe der Politik kann es nur sein, die Menschen auf die Naturgesetze des Kapitalismus vorzubereiten, z.B. durch Förderung von Aus- und Weiterbildung. Jeder Versuch der Politik die Naturgesetze zu ändern, hat in die Katastrophe geführt. Den Wählern lässt sich das nur schwer verkaufen, so verspricht man lieber Arbeitsplätze oder Wirtschaftswachstum.
(c) Viennawolf 13. 09. 2004

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