Quo vadis Viennawolf?

Viennawolf – ein Kompass
Erst die Informationsverarbeitung macht aus dem potentiellen Überfluss an Information ein effektiv nutzbares Angebot im Sinne des Bürgerinteresses. Abbau politischer Apathie ist zugleich Voraussetzung und Folge aktiver Partizipation. Zur Entwicklung politischer Partizipation sind umfangreiche und langfristige, Bildungsprozesse notwendig.

Informationen können nur dann entstehen, wenn Menschen Daten eine bestimmte Bedeutung geben. Viennawolf gibt dem im Strom der Informationsflut stehenden Orientierung und will ein Kompass sein, mit dem sich jeder selbst seinen Weg zum jeweiligen Ziel suchen kann.

Das Informationszeitalter
Das so genannte Informationszeitalter mit einer Informationsgesellschaft ist vor allem durch die Computertechnologie gekennzeichnet. Informationsverarbeitungsprozesse hat es bereits vorher gegeben, doch erst die Arbeitsgeschwindigkeit des Computers, verbunden mit einer weltweiten Vernetzung mit computerbasierten Informations- und Kommunikationstechnologien drücken unserem Zeitalter ihren Stempel auf.

Nachrichtenagenturen, Fernsehen, Zeitungen, Hörfunk oder Internet-medien produzieren täglich Daten, die zu Information verarbeitet werden. Durch ihre ständige Zunahme besitzen sie für viele Menschen keine Beziehung zur Lösung von Problemen.

Düstere Prognosen
Schon zu Beginn der sechziger Jahre haben Jürgen Habermas und in der Folge auch Oskar Negt und Alexander Kluge auf den bevorstehenden Strukturwandel der Öffentlichkeit hin zu immer spezialisierteren Teilöffentlichkeiten hingewiesen.

Als Ursache machten sie das sich ausweitende Programmangebot der elektronischen Medien aus. Dadurch werde die Wahrscheinlichkeit, dass der Nachbar dasselbe gesehen, gelesen oder gehört hat immer geringer. Die neuen Medien tragen zur Zerstörung der öffentlichen politischen Sphäre bei, obwohl das nicht so sein müsste. Das Ende dieser Entwicklung wäre der Verlust von Öffentlichkeit bzw. das Verschwinden des – für jede Demokratie erforderlichen – öffentlichen Diskurses.

Wir sind nicht machtlos
Für die Demokratie bedeutet das Verschwinden eines allgemeinen öffentlichen Diskurses durch eine Zersplitterung in Teilöffentlichkeiten eine Störung ihrer natürlichen Regeneration durch die kontinuierliche Verständigung über Werte und Lebensbedingungen.

In wirklich offenen Systemen schwindet die Informationsmacht Einzelner, weil es in Netzen keinen zentralen Ursprung von Information gibt. Das Individuum ist nicht hilflos den neuen Entwicklungen ausgeliefert. So ist zum Beispiel niemand dazu gezwungen fernzusehen und somit dazu beizutragen, dass der öffentliche Diskurs, nach dem amerikanischen Medientheoretiker Neil Postman, immer mehr die Form des Entertainments annehme.

Neue Medien: Chance für Demokratie
Es ist denkbar, das Informationsnetze engagierten Bürgern bessere oder zumindest ähnlich gute Informationen für die Beurteilung von politischen Entscheidungen liefern wie den Regierungen und der Verwaltung. Auch die Regierungsinformaionen selbst können über Netzte leichter zugänglich gemacht werden.

Ein Mensch kann nur einen begrenzten Ausschnitt der Welt erleben und ist daher auf Reduktion von Komplexität angewiesen. Dieser Prozess geschieht in der Phase der Meinungsbildung. Viennawolf will alle Bürger wachrütteln, damit sie den Prozess der politischen Entscheidungsfindung nachhaltig mitgestalten. Dies ist ohne eigenständiges Denken unvorstellbar!

Freie politische Willensbildung
Demokratie beruht darauf, dass das Zustandekommen allgemein verbindlicher Normen grundsätzlich auf das Volk zurückzuführen sein muss. Außerdem beruht ein demokratischer Rechtsstaat auf Machtbegrenzung der Obrigkeit und vor allem der freien politischen Willensbildung. Der Informationsgesellschaft droht eine „Mystifikation“ der Daten, deren Aussagewert und Objektivität leicht überschätzt werden und in der Phase der Meinungsbildung nur durch medienkommunikative Kompetenz entgegengewirkt werden kann. Darunter verstehen wir die Fähigkeit zur kritischen Selektion, gezielter Nutzung und kreativen Umgang mit medialen Angebot insgesamt. Die Staatsbürgerrolle kann durch Informations- und Kommunikationstechnik nur gestärkt werden, wenn dem Bürger auch die Möglichkeit geboten wird, seine Medienkompetenz zu verbessern.

(c) Viennawolf 05.07.2004

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