Computer und Politik

Der Computer ist in seinem Inneren ein Rechner, der im Laufe der Zeit gelernt hat, eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen. Durch moderne, bedienerfreundliche Systeme hat er dem äußeren Anschein nach alle Spuren seiner wahren Herkunft verloren.

Griechische Philosophie
Platon erkannte einen Zusammenhang zwischen menschlichen Denken und der Arbeitsweise von Maschinen. Er war davon überzeugt, dass menschliches Denken weitestgehend durch logische Gesetzmäßigkeiten erklärt werden könne. Ein Zusammenwirken von Teilen vollzieht sich nach Platon innerhalb harmonischer Gesetze. Für Computer ist dies insofern von Bedeutung, dass sie für so genanntes intelligentes handeln wie beispielsweise das Verstehen von (menschlicher) Sprache Wissen über die gesamte Welt verfügen müssen.

Aristoteles fügt der Ordnung des Denkens, dem Inhalt, noch die Form hinzu. Hervorzuheben ist bei ihm vor allem seine Sammlertätigkeit, sowie die Strukturierung und Klassifizierung des zusammengetragenen Materials. Ein Computerprogramm benötigt auch eine möglichst umfangreiche Sammlung von Daten und Informationsmaterial, um die zu behandelnde Problematik bearbeiten zu können.

Französische „Denkschule”
Descartes teilte den Menschen in eine räumlich-materielle »res extensa« und eine körperlich-geistige »res cogitans« ein, was beim Computer der Unterscheidung zwischen Hard- und Software entspricht. Wenn die Quelle der Erkenntnis die Vernunft ist, seien alle Forschungsfragen in überschaubare Teilprobleme zu zerlegen, wobei man beim Einfachsten beginnen, und hin zum Schwierigsten fortschreiten solle.

La Mettries entwickelte Descartes Gedanken über die Einteilung des Menschen weiter und bezeichnete ihn als eine sich selbst steuernde Maschine. Dadurch waren der Weiterentwicklung des Computers keine Schranken mehr auferlegt, Sparten wie »Artificial Intelligence« und »Artificial Life« konnten entstehen.

Von Leibnitz bis Shannon und Weaver
Leibnitz schuf die theoretische Grundlage für die Lösung allgemeiner Probleme mit dem Computer. Die molekulare Struktur von Begriffen erlaube deren Analyse und Synthese. Auf diese Weise könnten sie bis auf die Grundbegriffe analysiert werden, denen dann Zeichen zugeordnet werden. Er konstruiert ein Weltbild, das sich durch allgemeine Gesetzlichkeit auszeichnet und in Monaden angelegt ist. Diese sind nach dem Grad der Bewusstheit gegliedert – von unbelebter Materie ohne Bewusstsein bis hin zu menschlichen und Engelleiber mit Vernunftbegabung. Diese Monaden können mit unterschiedlicher Hard- bzw. Software ausgestatteten Computern verglichen werden.
Kant kam zu dem Ergebnis, dass synthetische Urteile a priori existieren und möglich sind. Antinomien sind Widersprüche zwischen zwei Behauptungen die je für sich Gültigkeit beanspruchen, sich aber gegenseitig ausschließen. Ein Vergleich zwischen Kants Antinomien und der Arbeitsweise von Computern, die Daten nur dann verstehen können, wenn sie in computerlesbarer Form vorhanden sind, stellt man fest, dass ein Computer nur zwei Zustände erkennen kann: geladen bzw. „1″ und nicht geladen bzw. „0″. Der Computer muss alles in Form von Bits, so genannten Bitmustern darstellen und codieren. Nach Kant kann man diese Binarität auflösen. Beide Elemente müssen zu einer höheren Ergänzung gebracht werden, was der Computer durch sinnvolle Kombination der beiden Elemente macht, wodurch er jede Information darstellen kann.

Sprache ist ein Mittel der Weitergabe von Wissen und ein typisches Erkennungsmerkmal des Menschen. Frege untersuchte ihre Strukturen und Funktionsweisen um Rückschlüsse auf die Strukturen des menschlichen Wissens und die dahinter stehenden Denkprozesse zu ziehen.

Wittgenstein stellte eine Beziehung zwischen menschlichem Denken und einem formalen Prozess, der auch ein Rechenvorgang sein kann her. So sind in allen Sprachen Äußerungen bedeutungslos, wenn sie nicht mit einer Reihe formaler Umformungen aus einer Datenbasis elementarer Aussagen abgeleitet werden. Wittgensteins Gedanken sind vor allem für die Forschung der Künstlichen Intelligenz von Bedeutung.

Turing wies bereits in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts nach, dass programmierbaren Rechenautomaten von Natur aus Grenzen gesetzt sind. Sie sind endliche Maschinen mit endlichen Speichern, die ab einem gewissen Zeitpunkt wieder dieselbe Zustandsfolge durch macht. Die Informationstheorie von Shannon und Weaver steht dafür, dass der Computer auch als Informations- und Kommunikationsmedium verwendet werden kann.
Der Computer hat als eine bedeutende technische Entwicklung unsere Gesellschaft verändert. Ich denke dabei nicht nur an die Veränderungen in der Arbeitswelt (Stichwort „Rationalisierung”) sondern auch an die Möglichkeiten, die sich durch neue Formen der Kommunikation ergeben. Nicht zuletzt ist für den Einzelnen der Zugang zu Informationen erleichtert.
(c) Viennawolf 22.01.2006

About the Author

has written 198 stories on this site.

Write a Comment

Gravatars are small images that can show your personality. You can get your gravatar for free today!

Copyright © 2019 Viennawolf-MAGAZIN. All rights reserved.
Powered by WordPress.org, Custom Theme and ComFi.com Calling Card Company.