Expertensysteme

Derzeit sind weltweit über 100 Expertensysteme im Einsatz. Ziel des Expertensystems ist es, dem Anwender Wissen und Fertigkeiten zur Verfügung zu stellen, über die normalerweise nur speziell ausgebildete oder erfahrene Personen (Experten) verfügen. ( Gottlob u. a. 1989)

EURISKO: Die Wissensbasis des Programms umfasst neben den komplizierten Spielregeln auch allgemeine Heurisken, die es auf der Suche nach noch besseren Entwürfen leiten.

DENDRAL: liefert Strukturformeln komplizierter organischer Moleküle ausgehend von Massenspektrogrammen und übertrifft dabei menschliche Experten (1965, Stanford Univ.)

MACSYMA wird weltweit im Bereich der symbolischen Mathematik eingesetzt und löst Differentialgleichungen und unbestimmte Integrale (Design 1968, Implementiert 1971 am MIT)

MYCIN diagnostiziert die Ursache bakterieller Infektionen (1975, Stanford Univ.)

EMYCIN ist das erste domänenunabhängige Expertensystem, eine so genannte Expertensystemhell. Ein solches Programm kann mit Wissensdaten (Domänen) verschiedenster Fachgebiete arbeiten.

HEARSAY kennt Ausspracheregeln für natürliche Sprache (Englisch).

PUFF interpretiert die Ergebnisse von Lungenfunktionstests und ist am California Medical Center im praktischen Einsatz (1979, Stanford Univ.)

PROSPECTOR liefert Aussagen über mögliche Bodenschätze ausgehend von Beschreibungen des geologischen Aufbaus der betreffenden Gebiete. Mit Hilfe dieses Systems wurde ein Molybdänvorkommen gefunden. (1979, SRI International)

XCON (früher R!) wird von Digital Equipment zur Konfiguration von VAX-Rechnern eingesetzt. (1980, Carnegie-Mellon Univ.)

TWAICE ist ein kommerzielles System der Firma Nixdorf, in PROLOG geschrieben.

DELTA hilft bei der Fehlerdiagnose von Diesellokomotiven.

INTERNIST wendet man für Diagnosen im Bereich der inneren Medizin an.

ONKOCIN setzt man im Bereich der Chemotherapie gegen Krebs ein.

Das System DRILLING-ADVISOR hilft bei der Behebung komplizierter Erdölbohrungen (Teknowledge).

Weitere Anwendungen wurden entwickelt für: Fehlersuche in Computersystemen, Systemkonfiguration, Auskunft über spezielle Probleme, Diagnose in der Medizin, Planung von Bau- und Konstruktionsvorhaben, Überwachung und Regelung von Maschinen, Vorhersagen (z.B. Wetter) und zur Wissensweitergabe.

Ein voll ausgebautes Expertensystem muss auf eine Wissensbasis zurückgreifen können, die klarerweise Expertenwissen enthält. Weiters braucht es einen Schlussfolgerungsmechanismus (inference machine) der die vorgegebenen Regeln und Fakten nach einer vorgegebenen Strategie auswertet. Ein Expertensystem muss seine Entscheidung begründen können, wozu natürlich auch ein entsprechender Programmteil notwendig ist. Gerade diese Eigenschaft eines Expertensystems unterscheidet es deutlich von einer herkömmlichen Datenbank. Damit das Expertensystem neues Wissen in die Basis einfügen oder alles verändern kann, muss es auch einen Wissenserwerbsteil besitzen. ( Schuh u. a. 1990: S. 101f.)

(c) Viennawolf 1992/93 Fachbereichsarbeit aus Informatik am BORG Hermagor: “Künstliche Intelligenz – Schachprogrammierung”

Links:

Expertensysteme im Hypertextzeitalter

Cornelia Petcu

Wikipedia

Softguide

Wissensmanagement

Institut für Medizinische Kybernetik und Artificial Intelligence

Expertensysteme auf der Basis von (X)HTML, CSS, Java und Javasript

Wissensakquisition für Expertensysteme

Expertensysteme in der Medizin

Informatikmaterialien von Tino Hempel

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