Laura Branigan

Abschied von einer Ikone der 80er
Im Alter von 47 Jahren ist die amerikanische Popsängerin Laura Branigan im Schlaf an einer Gehirnblutung gestorbengestorben. Todesursache sei eine krankhafte Erweiterung eines Blutgefäßes im Gehirn gewesen, ein so genanntes Gehirnaneurysma. Zwei Wochen vor ihrem Tod habe sie mehrfach über Kopfschmerzen geklagt, sie sei aber nicht zum Arzt gegangen. Wenn ich später auf die Fehlentwicklung am Musikmarkt zu sprechen komme, sollte man meinen letzten Satz noch im Hinterkopf gespeichert haben, um mögliche Parallelen zu erkennen.

Branigan ist eine Ikone der 80er-Jahre, eine Zeit, als es der Plattenindustrie noch gut ging. Ab 1982 beglückte sie ihre Fans in ihrer Blütezeit nahezu jährlich mit einem neuen Album.

Die neuen Erfolge der Musikindustrie
2001 sank der CD-Absatz weltweit um sechs Prozent, 2002 um neun Prozent. Bei unseren deutschen Nachnarn ist das CD-Geschäft in den vergangenen fünf Jahren um mehr als ein Drittel eingebrochen. Der Schuldige ist schnell gefunden: die moderne Computertechnologie, mit der sich Musik in digitale Daten im allgemein zugänglichen MP3-Format umrechnen lässt und auf die jederzeit im Internet zugegriffen werden kann.

Nachdem den Muikmanagern nicht mehr gelingt Stars zu “produzieren”, die über einen längeren Zeitraum ihren Status halten können und somit irgendwie ins kollektive Gedächtnis der Gesellschaft fänden, verklagt man jetzt lieber systematisch die User von Tauschbörsen, anstatt das Angebot zu verbessern.

Mit den Zeiten ändern sich die Menschen
Vor der Erfindung von Tonträgern war Musik hauptsächlich ein “Live-Event”. Auf physikalischen Weg liessen sich höchsten durch den Verkauf der Noten ein parr zusätzliche $$ verdienen. Früher zahlten Musikerverlage Künstler dafür, dass sie einen Song in ihr Repertoire aufnehmen, um ihn unters Volk zu bringen und somit die Nachfrage nach den Noten zu erhöhen.

Die meisten von uns werden sich höchstwahrscheinlich noch an das Lied “Video killed the radio-star” erinnern. Der Trend zu Musikvideo in den 80ern betrachte ich als eine künstlerische Bereicherung. ich will damit nur sagen, dass man eine Gegebenheit immer aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann, und dass es an der Zeit wäre, nach positiven Lösungsansätzen zu suchen.

Fehlentwicklung nicht erkannt
In den 90er-jahren ist es dann wieder zu einem Bruch gekommen. Viele Stars von einst verschwanden von der Bildfläche. Man denke nur an Queen, oder noch symbolträchtiger an Genesis, die mit ihren letzten Album “We can’t dance” in der alten Besetzung (mit Phil Collins, ohne Peter Gabriel) auf eine Fehlentwicklung hinwiesen. Die “alten” Stars wurden mehr und mehr durch allzu schnell vergängliche Erfindungen der Plattenbosse ausgetauscht.

Wer kennt heute noch so aussagekräftige Namen wie die “Bingo Boys” oder die “Four non blonds”. Die Einfallslosigkeit dieser Namen war und ist auch das Omen für die Produkte unserer Zeit. Das schnelle Geld macht auf die Dauer nicht glücklich. Der eigene Ast wurde abgesägt, die Umsätze sinken, und das ist gut so!

Was wird bleiben?
Am meisten gehen mir bei der modernen Popmusik die “echten” Persönlichkeiten ab. Branigan prägte wie kaum eine andere Musik, Mode und Lebensgefühl der achtziger Jahre.Sie galt als begnadete Live-Künstlerin, die bei Konzerten eine innige Beziehung zu ihren Fans herstellte. Ihren letzte großen Erfolg feierte sie vor zwei Jahren, als sie am Broadway in dem Musical “Love, Janis” die legendäre Rock- und Bluesmusikerin Janis Joplin spielte.

Der Zeit-Geist ist heute primär am Geldverdienen interessiert. Da veranstaltet man schon mal Castingshows, um den “Superstar” zu finden. Den presst man dan aus, wie eine Zitrone und wundert sich dann, dass die Menschen mit den Musik-Produkten nicht mitleben wollen. Mit Branigan starb auch ein Stück lebendige Erinnerung.

Discographie
1973: Meadows -The Friendship
1982: Branigan
1983: Branigan2
1984: Self Control
1985: Hold Me
1987: Touch
1990: Laura Branigan
1993: Over My Heart
1995: The Best Of
1999: Back In Control
2001: DJ Khayat Remix Project
2002: DJ Pulse’s “Another Night”
(c) Viennawolf 02. 09. 2004

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