Das Liberale Erbe von Keynes

Das Liberale Erbe von Keynes: Seine Visionen –

Wegweiser liberaler Politik des 20. und 21. Jahrhunderts

Wir sind nun bei der eigentlichen Kernfrage des Themas. War Keynes ein Liberaler? Wäre er heute einer? Kann man seine Lehren für liberale Gesellschaftspolitik heranziehen und wenn ja, welche Beweise kann man anführen?

Als junger Mann gehörte er zum Kreis des Bloombury-Clubs, dessen Mitglieder von den philosophischen Lehren Moores durchdrungen waren. Das hieß, finanziell unabhängig nach der Wahrheit zu suchen, Pflege der Ethik und der Ästhetik, gesellschaftliches Engagement und hauptsächlich Wissen. Das sind menschliche Eigenschaften, das Wort Tugend wird absichtlich vermieden, die man bei heutigen Vermittlern ökonomischer Lehren leider vermissen muss. Zugegeben, die Klubmitglieder waren etwas versnobt. (War das nicht auch der, leider nicht hoch genug geschätzte, Wiener Kreis?). Vor allem hatten die Klubmitglieder ein Gewissen!

Als Fachmann für Finanz- und Währungspolitik machte sich Keynes, bereits Professor der Ökonomie in Cambridge, sehr früh einen Namen. Als solcher war er 1919 der einzige Ökonom in der englischen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Paris. Hier trat er vehement gegen die hohen Reparationen, mit ökonomischen und währungspolitischen Argumentationen auf. Diese wurden jedoch von den anderen Mitgliedern energisch abgelehnt. Einem kleinen Skandal gleich verließ Keynes die Pariser Verhandlungen und wurde über die Grenzen Großbritaniens hinaus, das erste Mal, aufgrund seines bereits zu Weihnachten 1919 (!) erschienen Buches „Die Ökonomischen Folgen des Friedens“ bekannt. In diesem Buch hat er besonders auf die zu erwartende Währungskatastrophe hingewiesen, die in Folge der hohen Reparationen eintretend einen Zusammenbruch des Währungssystems und dadurch der gesamten Wirtschaft bewirken wird.

Dieses Verhalten und sein Buch wurde ihm als Deutschfreundlichkeit vorgeworfen. Dies stimmte nicht. Keynes machte zwar die Bekanntschaft mit Albert Einstein, Max Planck und angeblich besuchte ihn auch Hjalmar Schacht, aber er konnte nicht Deutsch und hatte auch keinerlei Verbindungen nach Deutschland. Vielmehr war es das den Verstand und das Wissen beeinflussende Gewissen, ds ihn zu diesem Schritt veranlasst hatte. Es war, meiner Meinung nach, das Gewissen eines hochgebildeten Liberalen, der in internationalen Dimensionen dachte. Er schrieb:“Mich beschäftigt nicht die Gerechtigkeit des Friedensvertrages, sondern seine Klugheit und seine Folgen“.

Uns Österreichern ist der Brief, den Keynes am 1. Juni 1919 seinen Eltern schrieb von Bedeutung: „Heute habe ich mich aufgerafft um vor der Reparationskommission ein letztes Mal gegen den Mord an Wien zu protestieren. Es gelang mir tatsächlich einige Verbesserungen zu erreichen“. Berlin wurde nicht erwähnt! Der Österreicher Schumpeter erachtete das Buch als Meisterwerk. Nur in Österreich wollte man, genauso wie von Schumpeter, unverständlicherweise davon nichts wissen. (Es wäre eine interessante Aufgabe für die Forschung, diese Angaben in den Protokollen näher zu untersuchen um Details zu erfahren, was die Verbesserungen waren). Es gehört nicht zum Thema, sei aber als Kuriosum erwähnt, dass auf der anderen Seite in der deutschen Delegation, ein gewisser Max Weber saß, der ebenfalls als Ökonom an den Verhandlungen teilgenommen hat.

Keynes war nie Mitglied der Liberalen Partei; er stellte nur mehrmals fest, dass für ihn weder bei den Konservativen noch bei den Labours Platz sei und begründete dies in einer Ansprache anlässlich der liberalen Sommerschule in Cambridge wie folgt: Erstere, die Konservativen, bieten ihm weder Trank noch Speise, weder geistige noch seelische Tröstung, die konservative Anschauung ist für ihn kein Ideal, weil es nirgends hinführt und es ist nicht einmal sicher, dass es gegen Verderben den Grad der Gesinnung bewahren wird und selbst der Kapitalismus, wie ihn die Konservativen sehen wird verfallen, weil hier nicht der individualistische Kapitalismus zählt, sondern der Kapitalismus durch Vererbung. Sie ist Heimstätte der „Die-Hards“ und ihrer Führerschaft ist in der City und im Parlament unfähig zwischen neuen Maßnahmen zur Erhaltung des Kapitalismus, und dem, was sie Bolschewismus nennen, zu unterscheiden.

Die Arbeiterpartei, sagte Keynes, ist eine Klassenpartei mit klassenkämpferischen Inhalten und wird von Leuten geführt, die überhaupt nicht wissen, wovon sie reden; sollte sie doch von Leuten geführt werden, die es wissen, so sind diese vom äußersten linken Flügel, dem sog. Harten Kern der Partei, die er als Katastrophenpartei und Zusammenbruchpartei bezeichnete. Es ist die Partei, die alle bestehenden Einrichtungen hasst oder verachtet und auf Umsturz aus ist. In dieser Art analysierte Keynes weiter mit scharfer Logik und dem Wissen eines Ökonomen die Parteilandschaft.

Von der liberalen Partei sagt er, diese sei in derselben schlechten Lage wie die Konservative und oft ist es wirklich nicht ein Unterschied der Politik oder der Ideale, sondern es sei nur ein Zufall der Temperaments oder früheren Beziehungen, der einen fortschrittlichen Jungkonservativen von einem durchschnittlichen Liberalen trennt.

Er erkennt das Zusammenfließen der Grenzen, dass Konservative wie schon immer bestimmte liberale Ideen vertreten und umgekehrt, die Liberalen konservative Positionen eingenommen haben. Das intellektuelle Potential wechselte zu den Fabians, wo es eine abwartende Stellung einnahm, jedoch politisch keinen Einfluss mehr hatte.

Keynes entwirft jedoch kein pessimistisches Szenario für eine liberale Partei der Zukunft, so wie es viele, hauptsächlich linke Soziologen, Politologen und/oder rechte Ökonomen getan haben und es teilweise noch heute tun, sondern hatte Visionen, wie die politische Lücke mit liberalen Inhalten gefüllt werden kann, in dem er dieser Partei der Zukunft Ratschläge erteilte und wie folgt schrieb: „Zwischen den beiden anfangs genannten Parteien sehe ich die Möglichkeit einer dritten, einer liberalen Partei.

Diese Partei müsse vom Klassengegensatz Abstand nehmen und für den Aufbau der Zukunft frei sein sowohl von Einflüssen des „Die-Hard“-Wesens als auch von denen des Katastrophentums, die die Programme beider Parteien verderben. Vor allem muss sie sich vom alten Holz der Vergangenheit frei machen. Für diejenigen, deren Herz noch an dem altmodischen Individualismus und am laissez-faire hängt, so sehr diese zum Erfolg des 19. Jahrhunderts beigetragen habe, gibt es nach meiner Ansicht keinen anderen Platz mehr als im linken Flügel der Konservativen Partei.“

Die nächsten Aussagen von Keynes sind, meiner Meinung nach, von solcher Bedeutung und Prägnanz für eine liberale Partei der Zukunft, obwohl 1929(!) veröffentlicht, dass sie wörtlich zitiert werden müssen, da die Gefahr einer unscharfen Wiedergabe besteht.

„Unser Programm muss sich nicht mit den geschichtlichen Fragen des Liberalismus befassen, sondern mit den Dingen, gleichviel ob sie schon Parteifragen geworden sind oder nicht, die von lebendigem Belange sind und dringender Bedeutung für heute sind. Wir müssen die Gefahr der Unpopularität und der Verflachung auf uns nehmen. Dann werden unsere Versammlungen die Massen anziehen und unseren Körper wird Kraft eingeflößt. Ich verteile die Aufgaben in fünf Überschriften.

1.) Friedensfragen

2.) Fragen der Regierung

3.) Fragen der Geschlechter

4.) Fragen der Reizgifte

5.) Wirtschaftliche Fragen

(Hätte Keynes noch 10-15 Jahre gelebt, hätte er als 6. Punkt die Umwelt angeführt!)

Zu 1. In Bezug auf Friedensfragen lasst uns Pazifisten bis aufs letzte sein. Ich wäre bereit, im Interesse des Friedens Gefahren zu laufen, genau, wie wir in der Vergangenheit Gefahren im Interesse des Krieges liefen. Ich bin gegen Verträge. Ich bin aber dafür, dass selbst auf die Gefahr der Schwächung, ein sehr gutes Beispiel in der Richtung der Schiedsgerichtsbarkeit un der Abrüstung zu geben.

Aus diesen Worten ist auch für die letzten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts der tiefe Friedenswunsch, verbunden mit Internationalismus eines Liberalen zu entnehmen.

Zu 2. Hier wende ich mich den Fragen der Regierung zu – eine langweilige, aber wichtige Sache. Ich glaube, dass die Regierung in der Zukunft viele Pflichten übernehmen muss, die sie in der Vergangenheit vermieden hat. Für diese Zwecke werden Minister und Parlament ungeeignet sein. Unsere Aufgabe muss es sein zu dezentralisieren und zu übertragen, wo immer es möglich ist; und vor allem halb-unabhängige Körperschaften und Verwaltungsorgane einzurichten, denen die Pflichten der Regierung, alte und neue, anvertraut werden, ohne dass jedoch der demokratische Grundsatz oder die letztliche Oberhoheit des Parlaments beeinträchtigt wird.


Diese Sätze gehörten in jedes Grundsatzpapier einer liberalen Partei! Dass Nationalliberale Keynes nicht kannten oder nicht kennen wollten ist einleuchtend, standen sie zu der Zeit noch unter dem Eindruck des „Gott strafe England“ und des „Manchesterliberalismus“. Dass sich jedoch andere liberale Denker nicht auf Keynes berufen haben ist unverständlich. Es ist nur zu hoffen, dass diese Zeilen ein Denkanstoß für liberale Überlegungen sein werden. Schön wäre es, wenn sie als Grundlage einer breiten Diskussion dienten.

Zu 3. Die Frage, die ich unter Fragen des Geschlechts zusammenfasse, waren in der Vergangenheit keine Parteiangelegenheiten, weil sie niemals, oder nur selten Gegenstand öffentlicher Erörterung waren. Ich zweifle nicht, dass der Eintritt der Geschlechtsfrage in das politische Kampffeld bevorsteht. Die selbst unreifen Anfänge, durch die Bewegung für das Frauenstimmrecht dargestellt, waren nur die Anzeichen tieferer und wichtigerer Probleme unter der Oberfläche.

Geburtenregelung und der Gebrauch von Verhütungsmitteln, Heiratsgesetze, die Behandlung geschlechtlicher Vergehen und Abirrungen, die wirtschaftliche Stellung der Familie – in all diesen Dingen ist der bestehende Zustand des Rechtes und der Ordnung noch mittelalterlich, völlig außer Berührung mit der gebildeten Auffassung und Praxis und mit dem, was die Einzelnen, ob gebildet oder ungebildet vertraulich zueinander sagen. Niemand möge sich mit der Vorstellung täuschen, dass der Wandel der Meinung in diesen Dingen nur eine kleine gebildete Klasse auf der Kruste des Menschenhandels anginge. Niemand möge glauben, dass es die Arbeiterfrauen wären, die von den Gedanken der Geburtenregelung oder Neuformierung des Scheidungsrechtes erschreckt sein würden. Für sie bedeuten diese Dinge neue Freiheit, Loslösung von der unerträglichen Form der Tyrannei. Eine Partei, die diese Dinge offen und besonnen in ihren Versammlungen erörtern würde, würde eine neue und lebendige Anteilnahme in der Wählerschaft entdecken.

Diese Fragen sind auch mit wirtschaftlichen verstrickt, denen nicht ausgewichen werden kann. Geburtenregelung betrifft einerseits Freiheiten der Frauen, andererseits die Pflicht des Staates, sich mit der Größe der Bevölkerung ebenso zu befassen, wie mit der Größe der Armee oder dem Betrag des Staatshaushaltes. Die Stellung der für Lohn arbeitenden Frauen, und der Platz eines Familienlohnes berührt nur den Status der Frauen, und zwar das erste in Bezug auf die Leistung bezahlter, das zweite in Bezug auf die Leistung unbezahlter Arbeit, sondern es wirft auch die ganze Frage auf, ob Löhne durch die Kräfte von Angebot und Nachfrage, im Einklang mit den streng gläubigen Lehren des laissez-faire, festgesetzt werden sollten, oder ob wir beginnen sollten diese Kräfte durch Verweisung auf das, was unter Berücksichtigung aller Umstände „gerecht“ und „vernünftig“ ist, einzuschränken.

Das fast wortwörtliche Zitieren soll hier unterbrochen werden, um auf den Umstand aufmerksam zu machen, dass diese Wörter im Jahre 1928(!) verfasst wurden und den Liberalen bzw. einer zukünftigen, vorstellbaren liberalen Partei als Wegweiser dienen sollten.

Der Verfasser hatte diese Zeilen als 22-jähriger vor fast 40 Jahren, gleichzeitig mit der „Allgemeinen Theorie“, gelesen und sich erstaunt gefragt, und fragt sich noch heute, wieso diese Ideen von den Liberalen nicht aufgegriffen wurden? Vermutlich lag es daran, dass die liberalen Parteien vom Historizismus und vom „alten Holz“ nicht los kamen. Andererseits ist zu berücksichtigten, dass zu jener Zeit der „Zeitgeist“ Faschismus auf dem Kontinent sein folgenschweres Unwesen zu treiben begonnen hatte und die Vernunft nicht nur scheinbar zur Ohnmacht verurteilt wurde.
Unverständlich bleiben dem Verfasser allerdings die Liberalen, die, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, vom Untergang des Liberalismus nicht genug schreiben konnten, und die Initiative den Linken oder libertären Konservativen überlassen haben, respektive alles so beließen wie Keynes es zu seiner Zeit festgestellt hatte, (siehe oben) und deren Leitfiguren noch dazu mit Adelsprädikaten bedacht wurden.

Umso erfreulicher war es, als 1993 in Wien die Dissertation von Josef Draxler, einem jungen Mann, auftauchte, in welcher dieses Thema behandelt wird und in welcher der Autor den Bogen von Adam Smith zu J. M. Keynes mit der Aussage spannt, dass die ökonomischen und moralischen Lehren beider, als Grundlage des Liberalismus des 20. Jahrhunderts aufgefasst werden könnten. Dies ist auch das Anliegen dieser Arbeit!

Zu Punkt 4 meinte Keynes: Die Rauschgiftfrage, die praktisch auf die Alkoholfrage beschränkt ist. (1928 war das Rauschgiftproblem nicht so akut wie heute! Und wenn man heute vom „Spektakulären“ der Rauschgiftproblematik absieht, bei uns bzw. auf de ganzen Welt, stellt der Alkoholismus noch immer ein viel schwierigeres, schier unlösbares Problem dar. Bemerkung d. Verfassers). Ich glaube, das Verbot würde Gutes bewirken. Aber damit wäre die Sache nicht erledigt. Die Frage ist: Wie weit soll der gelangweilten und leidenden Menschheit, von Zeit zu Zeit, ein Entkommen, eine Aufregung, die Möglichkeit einer Abwechslung erlaubt werden. Ist es möglich vernünftigen Alkoholvertrieb (Rauschgiftvertrieb? Bemerkung d. Verfassers) zu gestatten, dies unter Bedingungen, die weder die Gesundheit noch die Finanzen der Verbraucher zerstören und zugleich jene, die in Amerika Süchtige genannt werden, vor unwiderstehlicher Versuchung zu schützen? (Anmerkung des Verfassers: Zur selben Zeit, 1928, wurde in den USA die Prohibition beschlossen und eingeführt. Auf der anderen Seite, hat der ach so puritanische Kommunistenführer Josef Stalin, ein Buch verfasst, in dem er das staatliche Alkoholmonopol als Quelle der Staatsfinanzierung verteidigte!). Wie zeitgemäß die obigen Zeilen sind braucht nicht hervorgehoben zu werden.

Zum Punkt 5 schrieb Keynes: „Ich darf mich nun der größten aller politischen Fragen, der wirtschaftlichen zuwenden,“ führte Keynes weiter aus, „über die ich am zuständigsten bin. Nach Prof. Commons sind wir in einem Zeitalter, das er die Zeit des Gleichgewichts nennt, und die er treffend als das wirkliche Gegenstück zum Marx ‘schen Kommunismus kennzeichnet. In diesem Zeitabschnitt gibt es eine Verminderung der persönlichen Freiheit, teilweise erzwungen durch Regierungsmaßnahmen, hauptsächlich aber durch wirtschaftlichen Druck mit Hilfe verabredeten Handelns, sei es geheim, halb offen, offen, schiedsgerichtlich, durch Vereinigung, Körperschaften, Verbände, und anderen gesamtheitlichen Begegnungen von Gewerbetreibenden, Kaufleuten, Arbeitern, Bauern und Bankiers. Die Missbräuche dieser Epoche im Bereich der Regierung sind Faschismus auf der einen, und Bolschewismus auf der anderen Seite. Der Sozialismus bietet keinen mittleren Weg. Der Übergang von wirtschaftlicher Gesetzlosigkeit, dem laissez-faire-Individualismus, zu einer Ordnung, die bewusst auf eine Überwachung und Steuerung der wirtschaftlichen Kräfte im Sinne gesellschaftlicher Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Gleichgewichts abzielt, wird ungeheure Schwierigkeiten sowohl technischer als auch Politischer Natur darbieten. Trotzdem aber ist mein Vorschlag, dass es die wahre Bestimmung des Neuen Liberalismus ist, ihre Lösung zu suchen.”

Haben Eucken oder Röpke von hier abgeschrieben? Verstanden doch beide die Wirtschaft und die damit verbundene Politik, als soziokulturelle Erscheinung und nicht als Experimentfelder für Ideologien oder interkulturelle Aggressionen! Warum wurde dieser Faden in der „Freiburger Schule“ nicht weiter gesponnen? Warum hat man sich dem überzogenen Individualismus und nur der eingeschränkten Konjunkturforschung gewidmet, anstatt weiterhin liberale Ökonomie mit liberaler Gesellschaftspolitik zu verbinden und wurde ins besonders letztere der konservativen Partei überlassen. Auch in Österreich. In der damaligen BRD und so auch in Österreich wurde der eher (deutsch)nationale und nicht der kosmopolitische, internationale Liberalismus entwickelt. Fragen, die noch einiger niveauvoller Diskussionen über Liberalismus harren. Es ist zu hoffen, dass diese bald stattfinden, weil die Standortbestimmung einer liberalen Partei i Österreich, aber auch in den benachbarten Ländern, und so auch in Deutschland, noch nie so aktuell war wie heutzutage.

Abschließend der Vorschlag: Thema solcher Diskussionen wäre, Keynes folgend, die Allokation und Festschreibung von Methoden für humanitäre Ideen, wie das Zusammenführen der unerahnt hohen Produktivität mit dem Problem der Beschäftigung, und der Interdependenz von Einkommen, Freizeit und Kommunikation, die darin bestünden, innovative Lösungen für ökonomische Probleme im Rahmen der Freiheit und der Institutionen, einer kapitalistischen Marktwirtschaft zu finden.

Wie schrieb Keynes zukunftsweisend? “Der nächste Schritt nach Vorwärts wird nicht aus politischen Agitationen oder unreifen Experimenten heraus erfolgen, sondern aus Überlegungen und aus neuen Organisationsformen. Ein echter Fortschritt wäre die Entwicklung und Anerkennung halb autonomer Körperschaften im Rahmen des Staates, die in ihrem Wirkungskreis nur nach dem Kriterium des Gemeinwohls handeln, ohne Infragestellung des Parlaments.”

Spürte Keynes bereits damals, dass die neue Erscheinungsform des praktizierenden Liberalismus Kommunitarismus heißen könnte oder tatsächlich heißen wird? Eine Riesenaufgabe für den Liberalismus!

(c)  1996 Lorant Rácz
COLLEGIUM LIBERALE
Österreichische Gesellschaft für Liberalismus

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