Die Gründe wesewegen die Theorien von Keynes nicht anwendbar waren

A.

Bis knapp vor dem Beitritt zur EU, also auch in den 70-er Jahren, galten in Österreich äußerst strenge, aus des NS-Zeit übernommene, etatistische Gesetze.

    Das Devisen-Bewirtschaftungs-Gesetz, das der Nationalbank größere Rechte und Macht einräumte als der gesamten Justiz und Exekutive.
    Das Rohstoff-Bewirtschaftungs-Gesetz, mit der Monopolstellung des Staates, sprich verstaatlichte Grundstoffindustrie, und staatlich geregelten Preisen.
    Die Marktordungs-Gesetze, mit ebenfalls staatlich verordneter Preisregelung

Diese Lenkungsgesetze galten auch unter dem, nicht nur von mir hoch geschätzten Professor und Finanzminister und späteren Nationalbankpräsidenten Dr. Kamitz, dessen monetaristische Finanzpolitik bekannt war. Unter den oben genannten Umständen konnte er, selbst wenn er es als Konservativer gewollt hätte, kein Liberaler sein.

Dazu gab es in Österreich keine wesentliche Privatwirtschaft. Sie beschränkte sich fast nur auf Klein- und Kleinstbetriebe, welche grob gerechnet nicht einmal 25% des BNP erwirtschafteten. Dreiviertel der Industrie und fast 100% des Geldwesens war (und ist) direkt oder indirekt verstaatlicht und erwirtschaftete über 70% des BNP.

B.

Die Regierungen in Österreich haben die wesentlichsten, die conditio sine qua non Prämissen nach Keynes nicht durchgeführt.

    Es wurde nicht einmal versucht die Gelder außerbudgetär zu sichern
    Die Gelder wurden nicht in die Privatwirtschaft kanalisiert (so wie in den USA und anderen Ländern, wo nicht ganze 8% der vorgenommenen Investition in die staatlichen Betriebe flossen) sondern in die hoch verschuldeten Staatsbetriebe und die Administration.
    Die auf den internationalen Geldmärkten aufgenommenen Summen wurden überwiegend nicht für Neuinvestitionen verwendet, sondern zur Abdeckung der angehäuften Schulden und Sanierung der Staatsbetriebe. Unfassbar: Es wurden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, es wurden Arbeitsplätze künstlich erhalten! (Gleichzeitig damit wurde, durch Frühpensionierungen und Abfertigungen die Grundlage der heutigen Pensionsmisere Gelegt).
    Die gemachten Staatsschulden wurden in der Aufschwungphase nicht getilgt oder zumindest still gelegt um sie später antizyklisch einzusetzen.
    Der Staat hätte nach Keynes die Pläne der Wirtschaft so zu steuern gehabt, dass es zu Kapitalbildung in der Privatwirtschaft kommen sollte. Dies wurde durch restriktive Steuer- und Umverteilungspolitik verhindert. Die wenigen Privatunternehmen wurden kapitalmäßig ausgehöhlt.

C.

Die wesentlichste Begründung für die Verwendung des Wortes Austro-Keynesianismus während der Kreisky-Ära lag darin, dass Kreisky selbst das Wort liebte und daran festhielt. Authentisch ist auch, wie der ehemalige Staatssekretär und Professor Seidl schreibt, die einsichtige Aussage von Kreisky, wonach der Austro-Keynesianismus mit Keynes so viel zu tun hatte, wie der Austro-Marxismus it Marx, nämlich gar nichts. Haben dies die Professoren und Autoren diverser Werke, die über den Austro-Keynesianismus geschrieben haben gewusst?

c)  1996 Lorant Rácz
COLLEGIUM LIBERALE
Österreichische Gesellschaft für Liberalismus

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